Bereits 1888 erfand der schottische Tierarzt John Boyd Dunlop den Luftreifen. Diese geniale Erfindung ermöglichte einen bis dahin ungeahnten Federungskomfort. Allerdings hat sie auch einen schwachen Punkt: den möglichen Luftverlust. Deshalb sucht man seit dieser Zeit nach Möglichkeiten, mit denen sich bei einem Luftverlust der Reifenwechsel und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten
vermeiden lassen. Mit der RunOnFlat-Technologie hat die Reifenindustrie eine überzeugende Lösung gegen die Immobilität im Falle eines Luftverlusts entwickelt. Das Prinzip ist einfach: RunOnFlat-Reifen werden durch zusätzliche Stützeinlagen in den Seitenwänden so verstärkt, dass sie selbst bei vollständigem Druckverlust das Gewicht des Fahrzeugs noch tragen können. Dank dieses Konzepts rutscht der Reifen bei einem Platten nicht von der Felge und auch die sonst eintretende Materialzersetzung wird verhindert. Der Autofahrer kann also seine Fahrt fortsetzen, um entweder sicher nach Hause oder bis zur nächsten Werkstatt zu kommen: Selbst bei vollständigem Luftverlust des Reifens kann er noch bis zu 80 km weit fahren – und das bei einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h (eventuell abweichende Angaben der Fahrzeughersteller beachten). Die Vorteile liegen auf der Hand:

Nie wieder ein Reifenwechsel spät in der Nacht, bei schlechtem Wetter oder in abgelegenen Gegenden. Auch das andere Extrem, ein Reifenwechsel auf vielbefahrenen Straßen, auf Brücken, in Autobahnbaustellen oder in Tunneln kann lebensgefährlich sein.
Ohne RunOnFlat kann ein plötzlicher Luftverlust bei hoher Geschwindigkeit oder in Kurven zu unkontrollierbarem Fahrverhalten führen. Mit RunOnFlat dagegen bleibt die sichere Kraftübertragung zwischen Reifen und Fahrbahn erhalten und das Fahrzeug beherrschbar.
Ein direkter Reifenwechsel kann auch unmöglich sein, beispielsweise wenn behinderte Menschen alleine mit dem Fahrzeug unterwegs sind. In all diesen Fällen ermöglicht es RunOnFlat, den Reifenwechsel zu einem späteren Zeitpunkt durchführen zu lassen.

Selbst wenn einem RunOnFlat-Reifen komplett die Luft ausgeht, verhält er sich immer noch wie ein herkömmlicher Reifen bei 1,0 bis 1,2 bar. Das Fahrverhalten ändert sich kaum, und es kann unter Umständen sogar passieren, dass ein Autofahrer einen Schaden gar nicht bemerkt. Deshalb müssen Fahrzeuge mit pannensicheren Reifen grundsätzlich mit einem funktionierenden Reifendruck-Überwachungssystem ausgestattet sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.